Um genau 21:23 Uhr sprach Bundesratspräsident und Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen am Mittwochabend die magischen Worte: „Hiermit erkläre ich die Special Olympics National Games 2010 für eröffnet!“. Damit startete der Schirmherr der National Games ein sportliches Spektakel, wie es die Hansestadt schon lange nicht mehr gesehen hat.

Freuen sich auf die National Games in Bremen: Moderator Dirk Meißner, UN-Sonderberater Willi Lemke, Bundesratspräsident Jens Böhrnsen, Staatsminister Bernd Neumann, Moderatorin Jule Gölsdorf und Special Olympics Deutschland-Präsident Gernot Mittler (v.l.)
Mit Böhrnsens Worten begannen in Bremen die 7. Special Olympics National Games, die „Olympischen Spiele“ für Menschen mit geistiger Behinderung. Und Professor Hans-Jürgen Schulke, Präsident des Organisationskomitees ist sicher: „Das werden ganz besonders emotionale Spiele werden“. Nach fast zweijähriger Vorbereitungszeit haben die Bremer ein Programm auf die Beine gestellt, das Sport, Kultur und Unterhaltung in bisher nicht gekannter Weise verbindet.

Eine Woche lang brennt das "Olympische Feuer" in Bremen.
Einen ersten Vorgeschmack bekamen die rund 10000 Besucher am heutigen Abend in der Bremen Arena bei der offiziellen Eröffnungsfeier der Spiele. Mit einem Rahmenprogramm, das seinesgleichen sucht, wurden die Delegationen aus ganz Deutschland, Lettland und Polen in Bremen begrüßt und auf die sportlichen Wettkämpfe eingestimmt. Per mertesacker grüßte per Videobotschaft und UN-Sonderberater Willi Lemke überbrachte die Grüße von Timothy Shriver, Präsident der Special Olympics weltweit und Sohn der Gründerin, Eunice Kenndedy Shriver. Neben dem Grün-Gold Club Bremen zeigten unter anderem auch der Blumenthaler Turnverein und Kinder von 1860 Bremen verschiedene Choreographien auf der Bühne, die nach dem offiziellen Teil von der Bremer Band „Revolverheld“ bis spät in den Abend ordentlich gerockt wurde. Höhepunkte waren neben der offiziellen Eröffnung durch Jens Böhrnsen jedoch zweifelsohne das Entzünden des „Olympischen Feuers“ durch Ex-Werderprofi Marco Bode und der offizielle Athleten-Eid. „Lasst mich gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so lasst mich mutig mein Bestes geben“.

Jens Dortmann, Roman Eichler und Frank Baumann (v.l.) sprachen die Eide für die Sportler und Kampfrichter.
Den Athleten-Eid von Special Olympics, der Sportorganisation für Menschen mit geistiger Behinderung, haben der Athletensprecher von Special Olympics Deutschland, Roman Eichler, und Sportpate Frank Baumann, Ehrenspielführer des SV Werder Bremen, gemeinsam gesprochen. Stellvertretend für alle Kampfrichter durfte Jens Dortmann vom BFV den Eid sprechen. „Das ist natürlich eine riesengroße Ehre für mich, schließlich bestehen die National Games nicht nur ais Fußball“, sagte Dortmann. Für einen würdigen Abschluss der Eröffnungsfeier sorgte Sängerin Jennifer Schröder, die das Lied „Let Me Win“ unter dem frenetischen Jubel der Bremen Arena performte.

Der Grün-Gold-Club Bremen zeigte eine atemberaubende Show.
Als Fachverband für den Fußballsport ist der BFV fest in das Geschehen mit eingebunden. So erstellt der BFV nicht nur die Spielpläne für die Turniere sondern entsendet auch Schiedsrichter und Spielbeobachter zu den Partien. Dies ist ein nicht unerheblicher Aufwand, der auch von höchster sportlicher Instanz gewürdigt wird. Sportsenator Ulrich Mäurer lobte insbesondere die gewaltige logistische Herausforderung, der sich die Organisatoren gestellt haben. „Die Special Olympics National Games sind natürlich keine „normale“ Sportveranstaltung. Hier stehen die Athleten und ihre Betreuer vor einer besonderen Aufgabe. Wir haben als Stadt gerne unsere Sportstätten zur Verfügung gestellt. Und ich freue mich, dass wir Spiele der kurzen Wege haben. Jetzt werden alle diese Veranstaltungen mit Leben erfüllt. Darauf können wir uns freuen und stolz sein.“

Den rund 10000 Besuchern wurde eine überragende und bunte Eröffnungsfeier geboten.
Mit den diesjährigen Sommerspielen in Bremen wurde ein Teilnehmerrekord gebrochen. Rund 4500 geistig behinderte Menschen werden sich in 20 Sportarten messen. Bei wettbewerbsfreien Veranstaltungen werden zudem noch rund 12000 Teilnehmer erwartet. Dabei steht aber nicht das Schneller, Höher und Weiter im Mittelpunkt, sondern der Spaß und die Genugtuung, dabei gewesen zu sein und das Beste gegeben zu haben. So soll schließlich auch das Motto „In jedem von uns steckt ein Held“ aktiv umgesetzt werden. Die Sportplätze und das Gelände rund um das Weser Stadion sind ein zentraler Austragungsort der Spiele. Neben dem großen Fußballturnier können die Besucher weitere spannende Sportwettbewerbe, ein buntes Kulturprogramm in Olympic Town und integrative Mit-Mach-Angebote in der Pauliner Marsch erleben.

Jennifer Schröder sang "Let Me Win".
(Fotos: Oliver Baumgart)
Zwar seien die Special Olympics noch lange nicht überall in der Bevölkerung angekommen, aber nicht zuletzt solche Veranstaltungen schärfen die Wahrnehmung. „Wir alle hoffen, dass die Menschen mit geistigen Behinderungen immer stärker gleichberechtigte Teilhabe in unserer Gesellschaft bekommen“, unterstrich Professor Schulke noch einmal. Die Spiele in Bremen sollten dazu beitragen, diese Entwicklung nachhaltig zu verstärken und zu beschleunigen.
Alle Infos zu den National Games gibts unter www.nationalgames.de.
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